Die Espressomühle
Von entscheidender Bedeutung für die Qualität von Espresso ist die Mühle. An die Espressomühle werden besondere Anforderungen gestellt: Sie muss die Bohnen nicht nur besonders fein mahlen können, sondern das Mehl muss auch eine besonders gleichmäßige Körnung aufweisen. Brüht man einen Espresso aus Mehl, dessen Partikel ungleichmäßig groß sind, sind zwei Szenarien denkbar: Ist der Brühvorgang auf die kleinen Partikel abgestimmt, dann werden die Aromen der dickeren Partikel nicht optimal gelöst und gelangen nicht in den Espresso. Ist der Vorgang hingegen auf die größeren Partikel abgestimmt, dann lösen sich aus den kleinen Partikeln gegen Ende des Brühvorgangs unerwünschte Bitterstoffe, die den Geschmack des Kaffees beeinträchtigen. Aus diesem Grund sind Kaffeemühlen oder gar Schlagwerke für die Zubereitung von Espressomehl nicht geeignet. Die hohen Anforderungen an die Präzision erklären zudem die hohen Preise für Espressomühlen.
Auch wichtig für die Qualität ist das Pressen, das ist das Andrücken des Kaffeemehls im Siebträger mit Hilfe eines stempelförmigen „Kaffestampfers“ (Pressino). Dabei sollte das Kaffeemehl aber keinesfalls festgepresst, sondern nur gefühlvoll in den Siebträger gedrückt werden. Recht einfach lässt sich dies durch eine leichte Drehung des Tampers beim Andrücken bewerkstelligen.
Für Espresso werden die gleichen Kaffeebohnen wie für jeden Kaffee verwendet, allerdings werden die Bohnen meist dunkler geröstet. Durch die dunkle Röstung verliert die Bohne nicht ihren Koffeingehalt. Espresso enthält absolut betrachtet weniger Koffein als Filterkaffee, wenn beide aus der gleichen Menge Kaffeemehl (typisch 7 g) zubereitet werden, wobei aber der relative Koffeingehalt des Espressos aufgrund der für seine Zubereitung verwendeten geringeren Wassermenge dennoch höher ist. Bei der Espressozubereitung haben Kaffeemehl und heißes Wasser kürzer Kontakt als bei der Kaffeezubereitung.
Das im Deutschen verwendete italienische Lehnwort Espresso leitet sich von der vollständigen italienischen Bezeichnung caffè espresso ab. Der Begriff leitet sich
also vom italienischen espresso
ab.
Die falsche Aussprache als „Expresso“ und die unzutreffende Erklärung, dass der Name etwas mit „schnell“ (express) zu tun habe, ist weit verbreitet.
- Propellermühlen
- Propellermühlen (Schlagmühlen) besitzen ein sich schnell
drehendes Schlag-Messer. Für
Kaffee sind diese einfachen
Mühlen nicht besonders geeignet, da sie das Aroma des
Kaffees ungünstig beeinflussen und keine gleichmäßige
Mahlung garantieren.
- Scheiben- oder Flachmühlen
- Sie bestehen aus zwei identischen Mahlscheiben von unter
etwa 40mm mit Verzahnung, die gegeneinander drehen. Sie
verschleißen relativ schnell und sind deswegen nur für
geringe Mengen geeignet. Bei länger dauernder Benutzung
läuft das Mahlwerk heiß und zerstört das Aroma der
Kaffeebohnen. Die Korngröße ist ungleichmäßig, was bei den
meisten Zubereitungsverfahren stört.
- Kegelmühlen
- Sie bestehen aus einem kegelstumpfförmigen Mahlwerk, auf
das aus einem Vorratsbehälter die Bohnen fallen. Das
gemahlene
Kaffeemehl fällt dann weiter in einen
Auffangbehälter. Dank ihrer Funktionsweise kommen sie mit
weit geringeren Drehzahlen (im Bereich von 400 U/min bei
elektrischem Antrieb, etwa 60 U/min bei Handkurbeltrieb) aus
und erhitzen sich daher weniger stark. Somit ist diese
Mühlenart für größere Mengen besser geeignet und arbeitet aromaschonender. Überdies gewährleisten sie eine sehr
einheitliche Korngröße. Auch handbetriebene Kaffeemühlen aus
Holz basieren auf diesem Prinzip.
- Walzenmühlen
- Sie werden in der Industrie zum Mahlen des
Kaffees für
die allseits bekannten Vakuum-Briketts verwendet. Sie können
enorme Mengen verarbeiten und erzeugen dabei kaum Hitze.
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